Reisen als Paar

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Tausche Alltag gegen 24/7

Das Reisen als Pärchen unterscheidet sich maßgeblich vom Weltenbummeln im Alleingang. Im Doppelpack wird man anders wahrgenommen, Paare lernen andere Paare kennen, oder Gruppen, Alleinreisenden erscheint man nicht oder nur selten am Radar. Ich könnte das jetzt natürlich beschönigen und entschuldige mich schon im Vorhinein bei meinen Omas für die Ausdrucksweise… Aber sagen kann ich das was mir durch den Kopf geht nur indem ich es auf den Punkt bringe: ein Pärchen wird nicht als sexuelle Option gesehen und ist deshalb für viele von Vornherein und potentiell uninteressant. Das ist nicht zwangsläufig gut oder schlecht, es ist einfach anders als alleine oder mit Freunden zu reisen. Wer auf ein Abenteuer aus ist, welches den Austausch von Körperflüssigkeiten beinhaltet, hält sich tendenziell nicht an Paare.

Es gibt so ein nettes Sprichwort das besagt, dass man jemanden erst heiraten sollte, wenn man gemeinsam auf Urlaub war, es gibt Statistiken darüber, dass die meisten Ehen nach Urlauben geschieden werden, man sagt, es wird gesagt, es heißt… Ich weiß nicht so genau was ich davon halten soll, ich glaube ich würde auch niemanden heiraten ohne zu wissen, dass ich 24 Stunden am Tag auf unbestimmte Zeit mit ihm verbringen kann, ohne dass wir uns gegenseitig an die Gurgel gehen, trotzdem will ich es keinem absprechen, dass es nicht vielleicht doch möglich ist. Wie dem auch immer sei, reist man als Paar, vor allem wenn es abseits eines all-inclusive Hotels und vielleicht sogar der gängigen Reiseroute ist, lernt man sich auf eine sehr intensive Art und Weise kennen. Kompromisse wollen eingegangen werden, Bedürfnisse befriedigt und zurück gesteckt. Ich will euch nicht anlügen, es kann ganz schön hart sein. Liebe bedeutet eben auch die ungeschminkte Wahrheit annehmen zu können, auch in Extremsituationen miteinander auszukommen und aneinander zu wachsen, gerade dann, wenn das miteinander schwierig wird. Den Gedanken eine Beziehung als Arbeit zu betiteln gefällt mir nicht, aber manchmal ist es Arbeit über seinen eigenen Schatten zu springen, für jemanden da zu sein, wenn man gerade selbst jemanden bräuchte, der für einen da ist. Ein Häufchen Elend, das sich an einem anderen festhält ist nicht sonderlich widerstandsfähig. Die Erfahrungen die man bei einer Reise in eine andere Welt gemeinsam macht, schaffen gemeinsame Erinnerungen, sie lassen anmuten die restliche Welt wie aus einer ganz persönlichen Beziehungsseifenblase wahrzunehmen, einem Ort zu dem kein anderer, der nicht dabei war und nicht das gleiche erlebt hat, Zugriff hat. Sicher ist es nicht immer leicht, mitunter auch richtig schwierig, aber es schafft etwas Gemeinsames, etwas das man immer zusammen haben wird, etwas dass einem kein Mensch jemals wieder wegnehmen kann – eine gemeinsame Geschichte.

Es gibt keine Garantie darauf, dass man miteinander in jeder erdenklichen Lebenslage funktioniert, man weiß im Vorhinein nicht worauf man sich einlässt, wie der andere in gewissen Situationen tatsächlich reagiert, aber eines weiß man gewiss: danach weiß man es.

Reisen mit einem Partner bindet, es schafft Vertrauen, wenn auch nur das Vertrauen darin, dass man jemand anderen finden wird, mit dem es auf der Ebene besser passt.

Routinen, Alltag, der ganz normale Wahnsinn spielen auf einmal keine Rolle mehr. Was bleibt ist pur und unverfälscht, nichts wovor man Angst haben muss, aber eine gehörige Portion Respekt ist durchaus angebracht.

Einige Fragen sollten vorher geklärt und abgestimmt werden:

  • Will man unter sich bleiben, oder neue Leute kennenlernen?
  • Gibt es eine gemeinsame Kasse, oder ist jeder für sein eigenes Budget verantwortlich?
  • Wieviel Geld will bzw. kann ausgeben werden?
  • Sind die Ansprüche an eine Unterkunft ähnlich oder weichen sie voneinander ab, wer ist eher bereit einen Schritt in die Richtung des Partners zu machen?
  • Wer will was sehen, sind die Prioritäten kompatibel?
  • Wie werden Entscheidungen getroffen? Wird diskutiert, sagt einmal der eine, dann wieder der andere wo’s langgeht?
  • Was erwarte ich mir von der Reise, was will ich auf keinen Fall?

Fragen die auf den ersten Blick banal erscheinen, können einen großen Unterschied machen, wenn sie im Vorhinein geklärt wurden.

Blogtotal

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