Was wir wollen…

1504467_10201604647259551_2073209746_oReisen erweitert den Horizont, dagegen lässt sich selbst mit dem größten Aufwand nichts machen. Ein Perspektivenwechsel bedeutet persönliches Wachstum, ob man will oder nicht.

Dieser Blog ist vollkommen unambitioniert entstanden, es steckt weder der Glaube an einen ruhmreichen Aufstieg unter den Bloggern dahinter, wovon sich die typischen Couchpotatoes erwarten über Nacht übers Internet reich und berühmt zu werden, noch die Hoffnung auf Erfolg als traumwandelnder Weltenbummler sämtliche Daheimgebliebenen zu inspirieren und eine neue Religion (alias Sekte) zu gründen, deren Ziel es ist die Menschheit von allen Konventionen zu befreien.

Ich schreibe Reisetagebuch, nichts weiter. Kein Anspruch auf Tiefgründigkeit, kein Hunger nach Bestätigung, nur ein Tagebuch welches sich im besten Fall zu einem netten Fotobuch verarbeiten lässt, letztlich im Regal verstaubt und alle paar Jahre mit den Worten „Ach, war das schön… erinnerst du dich daran… und daran…?“ beseufzt wird. Diese kleine Gedächtnisstütze, wurde zur allgemeinen Beschäftigung und vor allem Belustigung via Facebook an Freunde und Familie versandt. Besonders um Mama’s und Oma’s, die bekanntlich ja besonders aufs Wohlergehen ihrer Enkel bedacht sind, auf dem Laufenden und beruhigt zu halten. Aus diesen kleinen, am Handy mit der Memo Funktion getippten Texten, wurden Bücher, die mehr sind, als “nur” Erinnerungen an eine nette Zeit. Aus unseren kleinen, im ersten Moment unbedeutend anmutenden Erlebnissen wurden Geschichten, die sich durchaus sehen lassen können.

Durch das Schreiben oder besser gesagt Tippen, hat sich etwas verändert. An der Art wie ich das Reisen empfinde, daran woran ich mich erinnere, welche Wichtigkeit das eine oder andere Erlebnis hat, bzw ihm beigemessen wird. Eine Erinnerung ist immer nur so wichtig, wie die Bedeutung die ihm zugestanden wird. Wir haben begonnen bewusst zu reflektieren, uns jeden Tag aufs Neue damit auseinanderzusetzen was und wie wir es erlebt haben. Wir haben als Paar begonnen die Ereignisse unserer Tage genauer zu betrachten. Zu zweit haben wir Erlebnisse, die einem sonst kaum im Gedächtnis bleiben würden, unter die Lupe genommen. Kleinigkeiten erlangen Bedeutung, welche ihnen sonst nie zugesprochen worden wäre.

Je mehr man weiß, desto mehr Fragen tun sich auf. Fragen, die viel zu selten gestellt werden. Wir haben begonnen den Wert von Dingen, Begenungen und die unerträgliche Leichtigkeit des Seins zu überdenken, haben uns Zeit genommen, die wir in unserem “normalen” Leben nicht gehabt hätten, bzw. es nicht für Wert befunden hätten sie zu opfern um Gedanken zu ergründen. Manchmal ist es schwieriger eine Frage vor sich selbst ernsthaft zu überdenken und ehrlich zu beantworten, als man zugeben will.

Was war das Schönste, was das Absurdeste, das Unangenehmste, das Denkwürdigste an diesem Tag und woran wollen wir uns erinnern?

Ein Prozess des bewussten Erlebens wurde in Gang gesetzt, losgelöst vom alltäglichen Trott, eine Auseinandersetzung mit dem Alltag des Reisens.

Seit ich ein (nein mein) Reisetagebuch führe, bin ich eine viel aufmerksamere Reisende, ich nehme mehr mit, ich lasse mehr von mir und dem Menschen von dem ich vor dem Abflug gedacht hatte, dass ich es sein würde, dort. Es macht einen Unterschied ob man in einem fremden Land Urlaub macht, oder ob man es bereist.

Ich schweife ab, dazu neige ich. Also zurück zum Grund für all das. Ich erwarte mir von diesem Blog nicht, dass die Nachwelt sich an mich erinnert, ich erwarte nicht einmal von meinen besten Freunden, dass sie wirklich alles lesen, was ich so von mir gebe (wobei es schon nett wäre, wenn der ein oder andere drüberlesen würde), ich glaube auch nicht dadurch irgendwie wichtiger oder bedeutender zu werden, aber ich denke, dass es Menschen da draußen gibt, die Freude daran haben könnten es zu lesen. Nein, das stimmt nicht, ich denke das ehrlich gesagt nicht, ich bin nur das Sprachrohr. Max denkt das, dieser wundervolle Mann, der immer (oder immer öfter) das Bedürfnis hat etwas zurückzugeben und weil er bei seinen Recherchen zu unseren Reisen – bei uns herrscht in dieser Hinsicht klare Arbeitsteilung: ich buche die Flüge und kläre mich bereit die erste und die letzte Nacht in einem vorgebuchten Hotel zu übernachten und er macht den Rest – unzählig viele hilfreiche Reiseblogs gelesen hat, findet er es nur fair, wenn auch wir das Unsrige dazu beitragen. Ihr seht, er ist der Nette von uns beiden 🙂

Für mich ist das was ich schreibe etwas sehr persönliches, ich lasse die Welt (so klein sie in unserem Wirkungskreis auch sein mag) daran teilhaben, weil ich ihm damit eine Freude mache.

Wieso ich ihn auf einen Sockel stelle und es mir darunter bequem mache? Vermutlich weil ich nicht möchte, dass mehr von mir erwartet wird, als ich zu geben bereit bin. Einblicke in seine Gedanken zu gewähren birgt Risiken, für sein Innerstes kritisiert zu werden, seine eigenen Überlegungen Kommentaren auszusetzen hört sich leichter an, als es ist.

Die Generation Facebook stöhnt jetzt vermutlich unvermittelt auf und fragt „was soll denn schon?“, gewöhnt, dass jeder Kommentar, jede Aktivität geliked und ausgeschlachtet werden kann, ich bin wohl etwas empfindlich dabei die ungeschminkte Wahrheit nach außen zu lassen, ganz ohne Zensur – deshalb meine Bitte, seid sanft mit mir, damit ich das was ich preisgebe mit gutem Gewissen mir selbst gegenüber tun kann. Ich trage mein Herz in den Fingerspitzen.

Max ist für die Bilder, Filme und das Layout verantwortlich, die Wahrscheinlichkeit, dass ich ihm dabei reinpfusche ist relativ gering, das Lob dahingehend gebührt also allein ihm. Die Frau auf den Fotos bin ich, der Mann ist er – auch hier, klare Teilung der Aufgabengebiete.

Blogtotal

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