Die Sache mit dem Dreck

Bali hat ein Müllproblem, das ist ja bekannt. Plastik ist ja mittlerweile fast überall problematisch, besonders da und vor allem sichtbar, wo die ganze Mistangelegenheit nicht staatlich geregelt ist, keine Müllabfuhr wöchentlich kommt und das Problem woanders hin verlagert, aus den Augen aus dem Sinn, am besten weit weg, dahin wo wir es nicht sehen. Problem gelöst. Die Touristen sind indirekt Schuld, der Einzug der westlichen Welt hat viele Verpackungen und Wegwerfprodukte mit sich gebracht, keine Frage. Vor noch gar nicht allzu langer Zeit wurde zum Beispiel Geschirr ausschließlich aus Bananenblättern hergestellt, es war ganz normal dieses nach dem Essen irgendwo am Wegesrand zu entsorgen und natürlich in dem Fall auch vollkommen in Ordnung. Dann kam der Fortschritt und somit der Dreck, der sich leider nicht mehr selbst entsorgt und von der Natur wieder in Besitz genommen wird. Die Menschen haben zwar zur gemütlichen Variante gegriffen, jedoch den zweiten Schritt, den der Entsorgung, nicht übernommen. Verpackt wird in Plastik statt im Bananenblatt, entsorgt leider wie Kompost – zack, rein in die Botanik. Die Rechnung geht nur leider nicht auf. Soviel zur Entstehung des Problems. Leider haben die Menschen dieses Verhalten immer noch nicht an die neuen Gegebenheiten (Fortschritt bedeutet in dem Fall leider eine Verschlechterung) angepasst und somit gibt’s Mistkübel nur fürs Auge oder die Touristen. Die Einheimischen schmeißen ihren Müll, so wie er entsteht, dahin wo sie gerade stehen. Wir sind durch die Wohngegend Lovinas spaziert und es ist erschreckend. Es scheint die Leute hier auch in keinster Weise zu stören, unvorstellbar und ganz furchtbar. Selbst die Gärten sehen aus wie Müllhalden, die Häuser werden gekehrt und geputzt, die Schuhe werden am Treppenabsatz ausgezogen und der harte Kontrast dazu: im Freien wird alles fallen und liegen gelassen. Die Kinder spielen im Müll, die Hühner scharren zwischen Plastikverlackungen, die Schweine lutschen an weggeworfenen Sackerln. Ratten laufen kreuz und quer und dazwischen findet das Leben statt, ganz selbstverständlich und wir sind fassungslos. Stört das die Bewohner nicht? Ist es nicht wichtig? wieso räumen sie das ganze Plastik nicht weg? wieso sammeln sie es nicht? Wie kann es sein, dass ihnen das egal ist? Und wenn es das nicht ist, wieso unternehmen sie nichts dagegen? Ein wunderschönes Land, mit herzlichen, bezaubernden Einwohnern, Traditionen und einer gelebten Kultur, die einen als Besucher mehrmals täglich schmunzeln lässt, mit einladenden Persönlichkeiten, erstickt im Plastikmüll. Plastiktaktiktaktiktak.

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