Perspektivenwechsel

Wir sind gemeinsam am Strand. Mama, Papa und ich. Genaugenommen hätte ich ja gerne geschlafen, aber diese Gelegenheit wollte genutzt werden. So oft kommt es nicht vor dass wir zu dritt etwas machen, einer (meistens Papa) ist immer am Wasser. Deshalb habe ich mein Schläfchen ausgelassen um den beiden eine Freude zu machen. Heute durfte auch Papa mitspielen. Mein Strandspiel geht folgendermaßen: ich stecke alles was ich finde in den Mund und stoppe die Zeit, die es dauert bis es mir wieder aus der Fressluke gefischt wird. Sie werden immer besser, die viele Übung macht sich langsam bezahlt. Ist gut so, immerhin investiere ich richtig viel Zeit in die Schulung der beiden. 

Sonst ist es mir ja relativ egal wer mich hält, heute war das anders. Ich wollte meine Mama und wenn ich meine Mama gerade unbedingt und unverzichtbar brauche, brauchen die mir gar nicht erst mit billigem Ersatz daherkommen. Mein Patenonkel Michi ist zwar einer meiner Lieblingsmenschen, aber echt jetzt, denken die Alten ich merke nicht dass sie versuchen meinem ausdrücklichen Wunsch zu entgehen?

 

Und dann ist was richtig Schlimmes passiert: Mama hat sich verschluckt und eine Ewigkeit gehustet. Kurz hab ich das Geschehen von meinem sicheren Platz unter dem Tisch aus beobachtet, dann hab ich Angst bekommen. Meine Panik war so groß, dass ich sogar meine Reiswaffel weggeschmissen habe und ganz schnell zu Hilfe geeilt bin. Nach diesem Schockerlebnis konnte ich sie unmöglich wieder loslassen. 

Mit Papa habe ich verstecken gespielt, ich habe mich versteckt und er ist mir hinterhergejagt. Irgendwann werde ich schon noch herausfinden wie er das macht, immer findet er mich, dabei bin ich mir ganz sicher dass ich gut versteckt bin, also ich sehe ihn nicht wenn ich meinen Kopf irgendwo reinstecke.


Im Klettern bin ich schon Profi, ich war heute auf der Zeitungsablage vom kleinen Tisch auf der Terrasse. Weh getan hab ich mir auch, es hat sogar geblutet, meine Versorger konnten aber nicht herausfinden wo exakt die Wunde ist. Beim Fangen spielen wollte ich so schnell wie möglich von der Matratze runter, meine Hände waren nicht flott genug und ich bin mit dem Gesicht auf den Steinboden geklatscht. Das waren Schmerzen, damit Mama eine Vorstellung von meinem Leid bekommt hab ich sie fest in die Brust gebissen. Von wegen Muttermilch wirkt schmerzstillend, davon hab ich nix gemerkt und sie, so wie sie geschrien hat, auch nicht. 


Das Abendessen war das Highlight des Tages, es gab Apfel, Mandarine und Semmelknödel. 

Ich bringe übrigens gerade meine Mama ins Bett, damit sie sich wohl fühlt (vielleicht auch ein bisschen damit sie länger bei mir bleibt, es kommt zu meinem Entsetzen nämlich vor, dass sie einfach abhaut wenn ich eingeschlafen bin) halte ich sie fest umschlungen und kuschle mich so nah an sie, dass kein Millimeter mehr zwischen uns passt. Ich verrate euch noch was, wenn es warm genug ist darf ich nackig schlafen (also mit Windel) und dann liegen wir Bauch an Bauch und wenn ich Glück habe merkt sie es nicht wenn ich auf ihrem Arm einschlafe und ich habe einen super Kopfpolster.  

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