Tagebuch Muffel 

Gestern hatte ich zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit keine Lust Tagebuch zu schreiben. Sehr ungewöhnlich für mich. Das liegt daran dass ich, ohne es zu forcieren, mit dem Wissen dass so viele Menschen mitlesen, weniger gelöst schreibe als ich es sonst tue. Nicht jeder Gedanke wird zu Papier (oder genauer gesagt zu Display) gebracht, es hemmt mich. Ja, ich könnte dem entgehen indem ich doppelt schreibe, einmal ganz alleine für mich und noch einmal für die stummen Mitleser. Könnte ich, der Konjunktiv ist sehr groß geschrieben. 

Michi ist gestern angekommen, sein Gepäck leider nicht, das macht noch Sightseeing in Dubai. Nach 4 ermüdenden Stunden am Flughafen (sowohl für den wartenden Max, als auch den nach seinem Koffer suchenden Michi) war die Heimfahrt im Dunkeln wegen einer Rallye, dank  der die Straße gesperrt war, eine Weltreise. Die Hauptsache ist, er ist gut angekommen und einen netten Nebeneffekt hat die verlorene Taschen Affäre, die Fluggesellschaft kommt für alle notwendigen Einkäufe auf, was der Herr braucht kaufen wir bei einer ausgiebigen Shopping Tour. Gesetzetenfalles das Gepäck wird (was wir doch sehr hoffen und erwarten) nachgeliefert, ist das die perfekte Möglichkeit sich kostenlos neu einzukleiden. Selten ein Schaden, wo nicht auch ein Nutzen. 

Michi hat anderthalb Stunden im grausigsten Geschäft verbracht, das ich seit langem gesehen habe. Krankenhauslicht aus Neonröhren haben den penetranten Plastikgestank untermalt und nach etwa drei Sekunden im Laden habe ich mit Tim die Flucht ergriffen, weil ich nicht wollte dass er die Luft da drinnen einatmet. In der Zwischenzeit waren wir drei in allen anderen Geschäften (die wesentlich sympathischer waren – wobei man sagen muss, dass bei dem Vergleich so ziemlich alles gut abgeschnitten hätte) und der Zwerg hat seinem Papa ein Shirt ausgesucht, das er sogar gekauft hat. Leider war Tim nicht so begeistert davon seine Beute wieder abgeben zu müssen und auch den Trostpreis (ein richtig toller Kleiderbügel), durfte er zu seinem Leidwesen nicht behalten. 

Ein wenig Landesgeschichte am Rande: Le Morne (übersetzt heißt „morne“ trostlos), hat seinen Namen aus der Zeit in der Sklavenhaltung auf Mauritius noch erlaubt war, sie wurden für den Zuckerrohr Anbau missbraucht. Eine Gruppe geflüchter Sklaven versteckte sich auf dem Brabant (das ist der Berg hinter der Le Morne Bucht, den man von sämtlichen Bildern kennt, die Google ausspuckt, gibt man Mauritius ein) und als sie ihre vermeintlichen Peiniger kommen sahen stürzten sie sich in die Tiefe. Lieber sterben, als Sklaverei. Was, sie allerdings nicht wussten war, dass die Männer kamen um ihnen zu sagen dass das Elend ein Ende hat und von nun an das Halten von Sklaven verboten war. (Für die Richtigkeit dieser Geschichte lege ich nicht die Hand ins Feuer, ich habe Brocken davon am Strand aufgeschnappt und mir den Rest zusammengereimt)

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