Sonne, Meer und Tim 

Tag 11

Wir wissen seit heute, dass Max zu allem Überfluss auch noch ein Talent fürs Kiten hat und morgen beginnt auch mein Kite-Kurs, ich hoffe ich stelle mich halbwegs passabel an. Max übertrifft alle Erwartungen und dann komme ich. Würde ich behaupten das wäre nicht frustrierend, wäre es gelogen. Erschwerend kommt hinzu, dass ich diesen Sport ja nicht aus einem inneren Antrieb und Lust dazu anfange, sondern aus reiner Fadesse. Aus Mangel an Alternativen und um mich zu beschäftigen. Ich hoffe sehr, dass es mir Spaß macht und ich ein gutes Gespür für das Ding habe.

 

Es ist schon nett am Strand und Tim hat beim Spielen im Sand Spaß, aber so richtig erfüllend ist das nicht.

Ich habe mich beim Kite fliegen richtig gut angestellt, hatte heute meine erste Stunde und es hat mir viel Spaß gemacht. Vielleicht ist das ja doch was für mich. Übermorgen geht’s weiter, morgen machen wir einen Ausflug.

Während Max dran war (der ist sogar schon übers Wasser gebrettert), haben Tim und ich den Nachmittag gemeinsam am Strand verbracht. Tim ist mit Leo über die Surfbretter geklettert, sie haben sich ein Panini geteilt (Spielzeug teilen gefällt ihnen weniger) und der Zwerg hatte eine wahnsinns Freude als ein etwa 2 jähriger einheimischer Bub zu ihm kam und kurz mit ihm gespielt hat, zuerst hat er ihm nur den Kopf gestreichelt und Tim hat gestrahlt, das war entzückend. Erst 

 hat Tim nur doof geschaut, wenn Leo ihm was weggenommen hat, dann hat er geweint und am Schluss hat er begonnen sich zu wehren. Er hat ihn in die Nase gebissen. Und er ist einen Marathon gekrabbelt, er war mit mir Kaffee holen und hat den halben Weg alleine gemeistert. Ein Schläfchen auf mir in der Hängematte und große Koch-Action zu Hause, Tim hat mitgeholfen indem er zwischen unseren Füßen rumgekrabbelt ist und die Steckdosen in Ruhe gelassen hat. 

Die anderen sind heute Abend alle am Strand, Lagerfeuer machen. Wir wollten eigentlich auch hin, aber Tim hat im Auto so gebrüllt, dass wir nach 10 Minuten Fahrt kehrt gemacht haben und jetzt daheim bleiben. Er schläft schon neben mir.

Tag 13

Heute ist der Zwerg genau 9 Monate alt. Er ist jetzt also ungefähr so lange auf der Welt, wie er im Bauch war. Ich hoffe die bisherige Bilanz ist positiv.

Neuer Rekord: es ist noch nicht mal 10 und Tim hat schon zwei massive Schrammen… Mit einem Sessel umgefallen und dann auch noch gegen die Rollen vom Koffer geknallt. Hübsch sind die Striemen.

Wir waren heute ganz oben im Norden. Grand Baie ist sehr hübsch, wir haben ganz viele verschiedene Speisen bei den Straßenverkäufern gekostet und sind am Strand gesessen, waren auf einem schmucken kleinen Markt und sind schon auf der Suche nach einer Unterkunft für ein paar Tage im Norden. Da oben ist vergleichsweise ganz schön was los, es gibt was zu sehen und Restaurants am Strand. Für den Kurzen haben wir eine Tintin (Tim und Struppi) Holzbox erstanden und herausgefunden, dass Kreolen mit dem Namen Tintin wesentlich mehr anfangen können als mit Tim. Ihm ist sowieso gleich wie man ihn nennt, Hauptsache er bekommt was zu futtern.

Zwei Wochen auf der Insel

Brüllattacke mitten in der Nacht, er tut mir so leid und trotzdem könnte ich schreien wenn er das macht.

Gleich geht’s zum Kiten. Ich fahre los mit einer Mischung aus Freude, Anspannung und Angst im Bauch.

Regen und mieser Wind, wir sitzen seit bald einer Stunde im Auto und warten darauf, dass die Konditionen sich bessern.

Wahnsinn. Mit dem Kite komm ich richtig gut klar, das macht total Spaß und sogar das Wasser finde ich ok. Ich steh ja wirklich nicht sonderlich auf Wasser, ich mags nicht im Gesicht. Also nicht in den Augen, in der Nase und im Mund. Genaugenommen auch nicht in den Haaren und kalt mag ichs auch nicht. Neopren ist was tolles, bleibt warm und für die Sache mit dem nass werden… Mit den nassen Haaren hab ich mich abgefunden für den Rest hab ich eine einfache Lösung: ich mach das einfach von Anfang an so gut, dass ich nicht nass werde. Basta. Bisher klappt das ganz gut. Meine Lernkurve ist ausgezeichnet. Tja, die Motivation stimmt eben. Was diesen Sport zusätzlich reizvoll macht ist, dass ich zum ersten Mal überhaupt in etwas genauso gut bin wie Max. Sobald es aufs Board geht ändert sich das höchstwahrscheinlich schlagartig, aber bis dahin genieße ich es. Toll finde ich auch, dass wir damit eine Sportart gefunden haben, die uns beiden gefällt und die wir gemeinsam ausüben können.

Ich habe mich heute vom Kite als Vorübung für alles weitere durchs Wasser ziehen lassen und selbst das macht schon abartig gute Laune. Wir werden uns Equipment kaufen und nutzen damit unser Freigepäck richtig aus und Max hat auch schon einen Spot in Griechenland gefunden, wo wir kiten gehen können (Euphorie ist schön). Leider war das Wetter kacke und Max musste seine Stunde auf morgen verschieben.

Unser Auto sieht aus wie eine fahrende Müllhalde, super zum Rumklettern und Spielen. Die Wartezeit war dadurch zwar nicht kürzer, aber zumindest waren wir beschäftigt (am Vormittag haben wir zu dritt fast zwei Stunden gewartet, ob das Wetter noch mitspielt und am Nachmittag war ich am Wasser und meine Jungs haben noch einmal 1,5 Stunden im Wagen verbracht).

Am Abend gab’s Schnitzel mit Kartoffelsalat für 10 Personen und aus Mangel an Preiselbeeren hatten wir Himbeermarmelade, ich muss sagen das schmeckt erstaunlich gut. Weil sowohl die Mayonnaise, als auch der helle Essig beim Einkaufen ihren Weg nicht zu uns gefunden haben, haben wir Erdäpfelsalat mit Balsamico gemacht. Insel-Style.

28.7., Tag 15

Erst dachten wir, wir sollten Tim mal wieder waschen, jetzt wissen wir dass er braun geworden ist. In den Falten auf den Ärmchen ist er noch weiß, der Rest hat Farbe bekommen.

Die Nacht war kurz, deshalb war Max zuerst am Wasser, für mich ging es dann leider nicht mehr, ich bin morgen wieder dran.

Wären wir ohne Kind hier, wären wir jetzt schon Profikiter. Die Windsurfer machen sich über die Kiter lustig (normalerweise würde hier jetzt „und umgekehrt“ stehen, in dem Fall ist das aber eher einseitig). Mein Liebling bisher: was unterscheidet einen Kite Anfänger von einem Profi?

Eine Woche.

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