Flüge buchen – der ganz normale Wahnsinn

Zuallererst: Ja! Es gibt bald wieder was von uns zu lesen.

Bevor man allerdings verreisen kann, muss man den Urlaub bekanntermaßen buchen. Dass das eine Herausforderung sein kann und nicht immer ganz so einfach ist, weiß wohl jeder der sich für seine Reisen ebenfalls die teuren Reisebürogebühren ersparen will.

Das Ziel ist klar: so günstig wie möglich, zu den besten Uhrzeiten, mit den kürzesten Flugzeiten zum Reiseziel der Wahl zu kommen.
Der Plan stand also schon mal, zu Ostern nach Helsinki (Anne besuchen – die Finnin, du erinnerst dich?) und wenn wir schon in der „Gegend“ sind (wer in Geographie jemals aufgepasst hat, wird wissen wieso das unter Gänsefüßchen steht), dann machen wir noch schnell einen Abstecher nach Kopenhagen – soll schön sein, hab ich gehört.

Soweit sogut, das war der Plan. Ich würde wohl keine so lange Einleitung schreiben, wäre alles glatt gelaufen, ein bisschen Geduld noch.
Allem voran wird der checker befragt, der Himmel wird abgescannt und die bekannten Fluglinien werden abgegrast. Nach dem durchforsten des Internets stellen wir fest, es wird eine verhältnismäßig teure Reise, aber egal Geld das auf der Bank liegt wird so oder so weniger – die Inflation fordert geradezu auf sein Geld unter die Leute zu bringen, geht quasi nicht anders.

Gesucht wird nach Flügen von Wien nach Helsinki, weiter nach Kopenhagen und dann wieder retour nach Wien. Sollte machbar sein, sollte man meinen.

Variable Flugzeiten, unterschiedliche Tage und Routen (umgekehrt wäre auch eine Möglichkeit gewesen, also zuerst Kopenhagen) werden ausprobiert, die günstigste rausgefiltert und zack (bevor die Preise erhöht werden können – böse Zungen behaupten ja, dass das automatisch passiert, wenn man bestimmte Destinationen zu oft eingibt) buche ich. Und jetzt geht’s los, mit dem was ich schon von Anfang an erzählen wollte, der Spannungsbogen musste erst gestrafft werden. Ich gebe also brav unsere Namen ein, wähle die Sofortüberweisung, weil ich mir dadurch die Kreditkartengebühr erspare und als ich schon auf buchen geklickt habe fällt es mir auf: falsches Datum! Der Hinflug passt, aber der Rückflug ist 3 Tage zu früh. Unmöglich in dieser Zeit von Helsinki nach Kopenhagen zu kommen – selbst schuld war ich auch noch. Im vollen Bewusstsein einen Fehler gemacht zu haben sende ich eine reumütige Mail an das auf Studenten spezialisierte Reisebüro, das sein Geld hauptsächlich mit jungen Menschen verdient, in der Hoffnung, dass sie kulant sind… Es war noch dazu Samstag Abend und das Reisebüro nicht mehr besetzt, blöd gelaufen. Bis Montag war nichts auszurichten und ändern konnte ich es auch nicht mehr. Ein klitzekleines Fünkchen Hoffnung flackerte noch in mir.

Es macht keinen Sinn sich über Dinge zu ärgern auf die man keinen Einfluss mehr hat, deshalb machte ich mich daran den Flug von Helsinki nach Kopenhagen zu buchen. Eigentlich wollte ich einen Gabelflug, eine Airline die bei dem Reisebüro nicht gelistet war hatte aber bessere Preise und so entschied ich mich dazu über eine andere Seite zu buchen. Gesagt getan, Geburtsdaten und Namen eingetippt, Kreditkarte gezückt und Ticket gebucht. Es kann so einfach sein. Oder eben auch nicht. Ein paar Minuten später bekam ich eine Mail mit der Bitte die Buchung zu wiederholen, weil etwas bei der Übermittlung nicht geklappt hat – ich klicke natürlich folgsam den Link und wiederhole die Prozedur. Zippedizapp, habe ich doppelt so viele Tickets, wie ich brauche! Eine klassische Doppelbuchung. Und das an einem Samstag um mittlerweile 22 Uhr. Mein Glück war, dass die Buchungsseite eine Hotline hat, die täglich bis 23 Uhr besetzt ist, auch am Wochenende. 1,85€ pro Minute bei einem deutschen Callcenter zu bezahlen ist zwar unangenehm, aber besser als eine Doppelbuchung ist es allemal. Bei so viel Pech muss ich ja auch mal Glück im Unglück haben – der Mitarbeiter war super, hat mir erklärt, dass das durchs System gar nicht hätte durch dürfen und er es aber trotzdem nur deshalb eingeben kann, weil ich innerhalb von 15 Minuten angerufen habe, sonst hätte er nichts mehr machen können, selbst wenn ich im Recht bin – wegen der Mail, deren Aufforderung noch einmal zu buchen, ich befolgt habe. An dem Abend wusste ich das allerdings noch nicht, ich musste bis zum nächsten Tag zu Mittag warten bis ich die endgültige Entscheidung per Mail bekam. Die Wartezeit erspare ich dir, für mich war es aufreibend genug.

Wieder zurück zur selbstverschuldeten falschen Buchung…
Pustekuchen, alles bitten und betteln war zwecklos, auch innerhalb von 30 Sekunden seinen Fehler zu bemerken hilft nichts. Am Montag in der Früh kam eine Mail mit der Info, dass das Reisebüro eine online Buchung nicht ändern kann, außer ich hätte das Verunsicherungszusatzpaket dazu genommen, das ist das Kästchen, was ich prinzipiell ignoriere, mit der Info dass man ja auch mal krank werden könnte und dann gratis stornieren können will – in Zukunft schenke ich diesen Versicherungen wohl mehr Beachtung. Und dass das Umbuchen von nur einem Flug nicht durchführbar ist, wenn dann muss die gesamte Buchung storniert werden. Nur den Rückflug ändern geht nicht. Wieso das so ist, versteht zwar kein Mensch, aber so ist das nunmal. Fürs stornieren fallen 50€ pro Ticket an Gebühren an, wie viel ich von meinem Geld zurück bekommen würde, konnte mir allerdings nicht gesagt werden. Hilft alles nichts, ich brauche den Flug, um das zu klären beschloss ich direkt beim Reisebüro anzurufen, um mir lästiges hin und her schreiben zu ersparen.

„Guten Tag, Lisa Irgendwas mein Name. Ich habe schon eine Mail geschickt, wegen der Buchung 12345, ich habe leider einen Fehler beim Buchen gemacht und brauche einen anderen Rückflug. Was kommt mir denn nun günstiger, wenn Sie das ganze stornieren und neu buchen, oder wenn ich den Rückflug verfallen lasse und mir einfach einen neuen buche?“ – „Also, Sie wollen einen anderen Rückflug? Ja, Sie haben das wohl falsch eingegeben, das können wir jetzt aber nicht mehr ändern!“ – „Ja, das ist mir schon klar, deshalb möchte ich ja gerne wissen was für mich die kostengünstigste Variante ist doch noch dazu zu kommen was ich will.“ – „Das war doch aber Ihr eigener Fehler!“ – „Das ist mir schon klar ich weiß dass es mein Fehler war und Sie nichts dafür können, aber ich brauche trotzdem einen anderen Flug. Wenn Ihre Gebühr fürs Umbuchen 50€ pro Ticket ausmacht sind das 200€ insgesamt, wissen Sie ob ich von den Tickets dann noch etwas rückerstattet bekomme?“ – „Wie kommen Sie denn jetzt auf 200€?“ – „Das stand in Ihrer Mail, 50€ pro Ticket Umbuchungsgebühr.“ – „Ich weiß jetzt trotzdem nicht wie Sie auf 200€ kommen!“ – „50 mal 4, wir sind zwei Personen und haben jeder zwei Flüge, ergibt 200 – so weit können Sie mir folgen?“ (ich gebe zu, ich war schon etwas gereizt) – „Ja, aber ich weiß ja nicht was in ihrem Kopf vor sich geht!“ – „Himmel, ich will doch nur wissen wie ich es machen muss, damit ich weniger zahle! Können Sie mir bitte sagen was es mich kostet wenn sie den Rückflug umbuchen?“ – „Na also nur den Rückflug umbuchen, das geht nicht, ich muss schon alles stornieren und dann neu buchen, da bekommen Sie aber auch noch was für die Flüge zurück, aber eben nicht alles wegen den Steuern und so und es war ja Ihr Fehler.“ – „Ich weiß, dass ich selbst Schuld bin, ich zahle es ja auch, das ist doch nicht der Punkt. Gut, also was kostet es mich dann inklusive Umbuchungsgebühr, wenn sie das so machen, wie sie es vorschlagen würden? Oder kommt es billiger mir einen neuen Flug zu buchen?“ – „Ja, also das kann ich Ihnen jetzt so nicht sagen.“ – „Sie arbeiten in einem Reisebüro, Sie werden mir doch sagen können wieviel eine Leistung bei Ihnen kostet!“ „Also so pauschal kann ich das nicht, ich müsste das erst machen und dann kann ich Ihnen sagen was das kostet.“ – „Wenn Sie das dann schon gemacht haben ist es aber nicht mehr rückgängig zu machen, oder?“ – „Nein, natürlich nicht.“ – „Das heißt Sie wollen das stornieren, neu buchen und dann sagen Sie mir im schlimmsten Fall, dass ich wesentlich mehr zahlen muss als wenn ich den Flug hätte verfallen lassen?“ – „So können Sie das jetzt aber nicht sagen, ich weiß ja nicht wieviel das neuerliche buchen des Fluges kosten würde, das müsste ich erst mal nachschauen.“ – „Wissen Sie was? Vergessen Sie es, mir ist das zu blöd, ich buche jetzt einen neuen Rückflug und pfeif drauf!“ (mehr als angepisst) -„Wohin wollen Sie denn? Soll ich Ihnen ein Angebot schicken?“ – an dem Punkt habe ich aufgelegt.

Unglaublich wofür da meine Freistunde draufgegangen ist, meine Kollegen im Lehrerzimmer waren kurz vorm Lachkrampf.

Der neue Rückflug sollte schnell unter Dach und Fach gebracht werden, und schon wieder: mein Karma scheint diese Tage verdammt mies zu sein. Für den von mir gewünschten Tag waren alle Flüge schon ausgebucht und am nächsten Tag war der einzige leistbare Flug einer, wo man kein Gepäck mitnehmen darf, was bei 8 Tagen und Frühling echt nicht möglich ist. Bevor ich die Nerven weggeworfen habe kam ich auf die grandiose Idee einen anderen Flughafen anzufliegen, Budapest statt Wien, einen Tag später als geplant, weil auch schon ausgebucht, nicht optimal, aber machbar. Besser als nichts, auch wenn wir noch nicht wissen wie wir nach Wien kommen um am nächsten Tag arbeiten gehen zu können, wird schon werden.

Einen hab ich noch. Eine tolle Mail kam dann noch, die mir mitteilte dass die Flugzeiten eines Fluges sich so geändert haben, dass wir statt gemütlich um 11 um 6 in der Früh abfliegen.

Für mich wars das erstmal mit Reisen organisieren, ich hab die Schnauze voll und ganz nebenbei den teuersten Urlaub aller Zeiten fixiert.

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