Battambang, Reichtum(!) und Heimweh(?)

Hard Facts Battambong oder Battambang
Bus Siem Reap – Battambong 6,75 Dollar
Tuktuk vom Busbahnhof in die Stadt 1 Dollar
Star Hotel (sehr schön! AC und perfekte Matratze) 12 Dollar
Khmer Delight Restaurant &Bar – empfehlenswert! (genialer) Kaffee 2 Dollar
Essen in der Nightmarket Street 1,50-3 Dollar
Bier 1 Dollar
Coconut Water Cafe (durchs Geschäft durch, die Stufen rauf) ist super gemütlich, gute Musik und toller 1,25 Dollar Kaffee (mit frischer Milch :))

Tag 33
Wahnsinn wie die Zeit vergeht. Wenn man Griechenland mitzählt sind wir mittlerweile 43 Tage unterwegs. Bei allem was wir erlebt haben ist das ein halbes Leben. Mit Damian haben wir in den letzten 3 Wochen mehr Zeit verbracht als wir es mit den meisten anderen Freunden innerhalb eines Jahres tun.

Ich habe viel darüber nachgedacht was Menschen reich macht, ob das Streben nach Geld (und Macht?) gleichzeitig auch das Streben nach Glück ist. Ich weiß, dass ich als Lehrerin nie so viel Geld haben werde, wie ich in einem anderen Beruf haben könnte. Mein Reichtum ist die Zeit, ich bin reich, weil ich das was ich tue gerne mache und ich bin reich an Erfahrungen, Erlebnissen, Einblicken. Ich gehe jeden Tag ein Stück reicher von der Arbeit nach Hause, weil ich weiß, dass das was ich tue, um mir mein Leben zu finanzieren, einen Sinn macht. Ich komme reich von einer Reise zurück – Reich an Geschichten, die ich erzählen kann. Reich an Bildern in meinem Kopf, die mir keiner mehr nehmen kann. Ich weiß wie gut es mir geht und ich weiß das zu schätzen, ich lerne jeden Tag etwas dazu. Ich habe in diesem Sommer mehr gesehen, als viele andere es in ihrem ganzen Leben tun, nicht nur weil sie es nicht wollten…

Vielleicht wiederhole ich mich, selbst wenn, es ist mir so wichtig, dass ich es gerne noch 100 x sage: gerne zu Hause zu sein und das Reisen zu lieben schließt sich nicht gegenseitig aus. Ich könnte locker hier bleiben, in Asien leben – aber ich will es nicht. Genauso gerne wie ich unterwegs bin, komme ich auch wieder zurück.

Vor ein paar Tagen habe ich mich mit Tomas darüber unterhalten was wir vermissen und.. Sorry meine Lieben, meine Antwort war: „mein Klo!“

Ich freue mich jeden einzelnen wieder zu sehen, aber ich vermisse nichts. Das Leben hier bietet so viele neue Eindrücke, dass dazu gar nicht die Zeit bleibt. Ich weiß, dass ihr alle (bis auf eine Ausnahme… und die vermisse ich schon…) noch da sein werdet, wenn wir wieder kommen. Die meisten werden sich nicht sonderlich verändert haben, unsere Beziehung wird die gleiche sein. Es ist immer leichter weg zu sein, als der Zuhausegebliebene zu sein, aber denk dran: du könntest das gleiche tun :)!

Im Urlaub zu Hause zu bleiben kostet das gleiche, wie nach Asien zu reisen. Das einzig wirklich teure ist der Flug.

sooo, jetzt habe ich dich mal wieder lange genug mit dem Chaos in meinem Kopf konfrontiert, weiter mit Battambang, Battambong… Was auch immer.

Alles dauert mal wieder länger als erwartet. Der Minivan raus aus der Provinz zurück nach Siem Reap hat uns zwar zum Busbahnhof gebracht, aber der Fahrer hat, obwohl wir schon gestern Bescheid gegeben hatten, keine Bustickets für uns reserviert weswegen wir 2 Stunden warten müssen. Einen Minivan zu mieten hätte im Endeffekt das gleiche gekostet, aber die anderen haben leider ohne mich entschieden, während ich auf der Toilette war… Als sie dann, nachdem ich es Ihnen erklärt und vorgerechnet habe, davon überzeugt waren, dass ich recht habe war es zu spät. In Kambodscha bekommt man sein Geld nicht wieder, wenn man es einmal rausgerückt hat.

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Battambong oder Battambang – ich habe es in beiden Schreibweisen schon gesehen, ist die zweitgrößte Stadt Kambodschas. Stark geprägt von den französischen Einflüssen ist der erste Eindruck gepflegt, hübsch, kuschelig. Um Mitternacht werden die Gehsteige hochgeklappt, ein ruhiges Plätzchen, das gar nicht so groß wirkt wie es auf der Karte ist. Was das Bild trübt sind die vielen Bettler, hauptsächlich Kinder, die an Klebstoff oder Farbe schnüffeln, teilweise recht aggressiv sind und einen keine Sekunde aus den Augen und in Ruhe lassen. Wir wurden gewarnt und bemühen uns sehr uns daran dazu halten kein Geld zu geben, wenn dann etwas zu essen. Wenn man eimem etwas gibt, kommt ein ganzes Rudel, es ist fast schon ein bisschen beängstigend wie viele Straßenkinder unterwegs sind. Es ist hart, fällt schwer und tut im Herzen weh. nichts rauszurücken wenn man doch selbst genug hat zählt nicht zu meinen Stärken.

Tag 34
Mein Magen spielt ein bisschen verrückt, weshalb ich nicht mit dem anderen zu den Sehenswürdigkeiten mitgefahren bin. Darüber wird also heute Max berichten. Ich verbringe den Tag in Kaffeehäusern und genieße es nach 6 Wochen zum ersten Mal allein zu sein. So gerne ich mit meiner kleinen Reisegruppe unterwegs bin, es war mir schon ein bisschen zu viel und ich bin richtig glücklich einfach mal allein mit mir selbst Zeit zu verbringen oder auch zu verschwenden, je nach Betrachtungsweise, mit niemandem zu sprechen und einen Augenblick zum Nachdenken zu haben. In mir hat sich viel getan, das will verarbeitet werden und dafür brauche ich ein wenig Ruhe. Als wüsste eine höhere Macht was ich gerade brauche, ist das Kaffee komplett leer, kein Mensch außer mir, viel Raum und zu sein.

Die Batcave war ein eher unscheinbarer Höhleneingang, Sehr unspektakulär bis zu dem Zeitpunkt als man einige der Fledermäuse am Eingang beobachten konnte. Es wirkte so als wären dies die Späher, denn Sekunden später strömten hunderte Fledermäuse in der Minute in einem nicht enden wollenden Strom aus der Höhle. Dies Spektakel zieht sich über eine halbe Stunde lang. Ein so geordnetes Chaos habe ich selten gesehen. Leider stand ich direkt unter der schwarzen Schlange zwecks besserer Sicht und fühlte plötzlich einen leichten Regen, allerdings war keine Wolke zu sehen und so musste ich feststellen, dass wohl die Fledermäuse ihr kleineres Geschäft auf dem Weg raus machen.

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Ich bin gespannt wie lange es zu Hause dauern wird, bis ich wieder in meine alten Verhaltensmuster zurück kehre. Vermutlich ist das ein so schleichender Prozess, dass es mir gar nicht auffällt. Ich mag es mit jedem Reisenden auf Anhieb ins Gespräch zu kommen, es gefällt mir, dass man sich als Reisender zu einer Gruppe gesellen kann und ohne wenn und aber aufgenommen wird. Es hat etwas für sich bei dem geforderten Preis schlichtweg „nein“ sagen zu können, es geht mir gut dabei Leute um mich herum zu haben, die die gleiche Leidenschaft pflegen wie ich.

Heute ist unser letzter Tag mit Tomas, Aneet und Damian… Die drei werden mir fehlen. Damian würde ich am liebsten einpacken und ganz mit nach Hause nehmen. Wir reisen mittlerweile seit fast 4 Wochen zusammen, ich habe mich schon so sehr daran gewöhnt einem weiteren Mann sein Zeug hinterherzutragen, dass ich mir gar nicht mehr vorstellen kann wie es ohne ihn sein wird. Wer passt denn jetzt auf ihn auf? Ohne uns tut der Gute gar nichts, außer den halben Tag verschlafen, essen und rauchen natürlich :)!

Wir waren noch gemeinsam essen, haben ein paar Bier getrunken und uns verabschiedet. Ein schweres Goodbye, mit ganz vielen Tränen in den Augen (zumindest in meinen)…

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