Angkor Wat, nicht Angkor wet :)

Hard Facts Siem Reap
Tour in Angkor Wat mit einem Guide 25-30 Dollar
Tagespass Angkor Wat 20 Dollar (3 Tage 40 Dollar)

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Tag 29
Wie sehr einen die Szenerie von Angkor Wat verzaubert, dass man sich fühlt wie in einem Märchen und Kambodscha mit gutem Grund das Königreich der Wunder genannt wird brauche ich glaub ich nicht näher ausführen. Zurecht zählt Angkor Wat zu den 7 Weltwundern und verdammt ich will jedes einzelne davon sehen!

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Wir hatten einen Guide, ein Kambodschaner, den wir gestern durch Zufall auf der Straße kennengelernt haben, sein Name ist Sin, er spricht Deutsch (nach 5! Monaten lernen besser als so mancher unserer in Österreich geborener Schüler…) und Englisch. Es hat sich mehr als ausgezahlt Angkor Wat mit Hintergrundinformationen zu betrachten, ansonsten wären wir nur durchspaziert, es hätte uns sicherlich imponiert, aber lang nicht so sehr, wie es so der Fall war.

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Sin ist 36, er war 4 Jahre lang Mönch, hat als Lehrer gearbeitet, war Tuktuk Fahrer und hat zwangsweise drei Jahre, von 13-16 als Soldat im Jungel verbracht. Er hat zugesehen wie seine besten Freunde erschossen wurden, verdiente als Lehrer gerade mal 30 Dollar monatlich, er will seine Bildung weitergeben, fragt nach dem Warum. Keiner hat der kambodschanischen Bevölkerung jemals die Hintergründe erklärt, alle mit Bildung wurden umgebracht, Millionen. Zurück blieben die verlorenen Kinder, Kinder denen nicht gesagt wurde weshalb ihre Eltern nicht mehr wieder kamen.

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In Anbetracht dessen erscheint Kambodscha unter einem anderen Licht. Jeder kämpft für sich, die oberste Priorität lautet „am Leben bleiben!“, ein Volk voller Einzelkämpfer, eine Gesellschaft die ihrer Identität geraubt wurde. Ein Land in dem es keine Zukunft mehr gibt, nur heute zählt, weil du nie sicher sein kannst, ob du morgen noch da bist. Willst du etwas Gutes tun, etwas verändern, vielleicht sogar dich selbst verändern? Tu es jetzt, tu es heute, tu es gleich, weil du nicht weißt was morgen sein wird. Die Religion, der Buddhismus, unterstützt dieses Denken, wenigstens ein Rettungsanker und nicht mal der ist gewiss. Hinduismus und Buddhismus wechselten sich in der Geschichte ab, was bleibt ist ein Mix der beiden Religionen.

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„jeder Mensch kann alles schaffen, du musst dich nur anstrengen, es wirklich wollen!“ stimmt in Kambodscha nicht. Es wäre vermessen zu behaupten, wir hätten alle die gleichen Chancen, dem ist nicht so. Wir sollten unseren Kindern viel mehr vor Augen führen welches Privileg es ist ein freies Bildungssystem genießen zu dürfen. Kambodscha wurde schwer enttäuscht, die Regierung ist bildungsfeindlich, Schule kostet und zwar so viel, dass es kaum möglich ist alle Kinder einer Familie hin zu schicken. Chancengleichheit gibt es nicht, zumindest nicht Global betrachtet. Sin darf nicht mal aus seinem eigenen Land raus, es ist ihm nicht möglich zu reisen. „geh ins Ausland, erweitere deinen Horizont!“, hier nichts als Plattitüden, keinen Cent wert.

Wenn ich an Aussagen wie „hab ein klares Ziel vor Augen, visualisiere deine Zukunft, blabla“ denke, wird mir schlecht. Das Ziel ist genug zu essen, um nicht zu verhungern.

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Die Priorität lautet am Leben bleiben. Der durchschnittliche Mitteleuropäer beschwert sich gern, ist prinzipiell arm, total gestresst und ein soooolcher Druck lastet auf ihm…. jaja, das Leben ist ja so ungerecht, wenn einmal etwas nicht klappt, man eine banale Grippe hat, geht fast die Welt unter und überhaupt: arbeiten ist sooo anstrengend! Denk mal drüber nach, wie glücklich die Menschen hier mit deinem Leben wären, wie gerne sie tauschen würden und dann, ja dann sprechen wir nochmal darüber.

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Unser Bild von Kambodscha hat sich durch den heutigen Tag verändert. Wir empfinden das Feilschen um jeden Dollar jetzt anders. Sollten wir in diesem Land bestohlen werden, ich könnte nicht mal böse sein – es grenzt an ein Wunder wie freundlich die Leute trotzalledem sind, der Optimus imponiert, die Stärke dieser Menschen steckt an und färbt hoffentlich auch ein bisschen ab.

Ein Satz, an den ich mich wohl den Rest meines Lebens erinnern werde, war folgender:

„Hast du schon jemals von einem Sterbenden gehört, der auf dem Totenbett gesagt hätte: „bringt mir all mein Geld und mein fettes Auto!“? Nein, mit Sicherheit nicht. Sterbende fragen nach Ihren Geschwistern, Kindern, ihren Liebsten. Also was meinst du ist letztlich wirklich wichtig?“

Danke Sin.

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